Informationen
Von Essstörungen betroffen sind vor allem
Mädchen und junge Frauen, jedoch auch Frauen in höheren Lebensaltern sowie
auch Knaben und Männer.
Das Vorkommen von Essstörungen hat während
der letzten 20 Jahre an Häufigkeit zugenommen. Ursache hierfür ist vor
allem das Schönheitsideal, das Dünnsein in den Mittelpunkt eigener
Bewertung und antizipierter Wertschätzung anderer stellt. Am Anfang einer
Essstörung steht häufig das Gefühl, zu dick zu sein und daraus folgernd
die Einleitung diätischer Maßnahmen, die Einnahme von Abführmitteln
und/oder Appetitzüglern, Erbrechen nach dem Essen oder exzessives
Betreiben von Fitness, um das Gewicht zu reduzieren.
Essstörungen
werden entweder als Sucht oder als psychosomatische Erkrankung
eingeordnet.
Bei der Entwicklung einer Essstörung sind die Grenzen
zwischen gestörtem Essverhalten und der Erkrankung an einer Essstörung
häufig fließend, für die Erkrankung gibt es jedoch klare diagnostische
Kriterien. Diese sind nach DSM-IV (American Psychiatric Association
1994) für
Anorexia
nervosa
A) Weigerung, das Körpergewicht über
einem minimalen Normalgewicht zu halten, das Alter und Grösse entspricht
(z.b.Gewichtsverlust, der dazu führt, dass das Körpergewicht bei weniger
als 85% des zu erwartenden Gewichts gehalten wird, Ausbleiben der
Gewichtszunahme in der Wachstumsphase, was zu einem Körpergewicht führt,
das weniger als 85% des zu erwartenden Gewichts
ausmacht).
B) Intensive Furcht vor einer Gewichtszunahme
oder davor, fett zu werden, obwohl Untergewicht besteht.
C) Störung in der Art und Weise, in der das eigene Körpergewicht oder die
eigene Figur erlebt wird, übermäßiger Einfluss von Körpergewicht oder Figur
auf die Bewertung der eigenen Person oder Leugnung des Ernstes des
gegenwärtigen niedrigen Körpergewichts.
D) Amenorrhoe bei
Frauen und Mädchen nach der Menarche, d.h. Ausbleiben von mindestens drei
aufeinander folgenden
Menstruationszyklen.
Subtypen
Restrikiver Typ: keine
regelmäßigen Essanfälle, kein regelmäßig abführendes
Verhalten.
Bulimischer Typ: Regelmäßige Essanfälle, regelmäßig
abführendes Verhalten.
Bulimia
nervosa
A. Regelmäßige Essanfälle.
Ein
Essanfall ist durch folgende zwei Merkmale gekennzeichnet:
1. In
einem abgrenzbaren Zeitraum (z.B. innerhalb von 2 Stunden) wird eine
Nahrungsmenge gegessen, die deutlich größer ist als die Menge, die die
meisten anderen Leute im selben Zeitraum und unter den gleichen Umständen
essen würden.
2. Während des Essanfalls wird der Verlust der
Kontrolle über das Essen empfunden. (z.B. das Gefühl, nicht mit dem Essen
aufhören zu können oder nicht im Griff zu haben, wieviel gegessen
wird).
B. Regelmäßiges unangemessenes
Kompensationsverhalten, um einen Gewichtsanstieg zu vermeiden, wie
selbst herbeigeführtes Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln, Diuretika,
Einläufen oder von anderen Medikamenten, Fasten oder exzessiver
Sport.
C. Die Essanfälle und das unangemessene
Kompensationsverhalten treten beide im Durchschnitt mindestens 2mal pro
Woche für 3 Monate auf.
D. Die Bewertung der eigenen Person
wird durch Figur und Gewicht übermäßig beeinflusst.
E. Die
Störung tritt nicht ausschließlich während einer Phase der Anorexia
nervosa auf.
Subtypen:
Abführender Typ: regelmäßig
herbeigeführtes Erbrechen oder Missbrauch von Abführmitteln, Diuretika und
Einläufen.
Nicht abführender Typ: anderes unangemessenes
Kompensationsverhalten, wie Fasten oder exzessiver Sport.
Das
Hauptmerkmal der Binge eating disorder sind wiederkehrende
Essanfälle, es fehlt jedoch im Gegensatz zur Bulimia nervosa das
Kompensationsverhalten.
Diagnosevorschlag Binge
eating disorder DSM- IV
A. Regelmäßige
Essanfälle.
Ein Essanfall ist durch folgende zwei Merkmale
gekennzeichnet:
1. In einem abgrenzbaren Zeitraum (z.B. innerhalb
von 2 Stunden) wird eine Nahrungsmenge gegessen, die deutlich größer ist
als die Menge, die die meisten anderen Leute im selben Zeitraum und unter
den gleichen Umständen essen würden.
2. Während des Essanfalls wird
der Verlust der Kontrolle über das Essen empfunden. (z.B. das Gefühl,
nicht mit dem Essen aufhören zu können oder nicht im Griff zu haben,
wieviel gegessen wird).
B. Die Essanfälle sind mit 3 (oder
mehr) der folgenden Merkmale verbunden:
1. Es wird wesentlich
schneller gegessen als normal.
2. Es wird gegessen, bis man sich
unangenehm voll fühlt.
3. Es werden große Mengen gegessen, obwohl man
sich nicht körperlich hungrig fühlt.
4. Es wird allein gegessen, weil
es peinlich ist, wie viel man isst.
5. Man fühlt sich von sich selbst
angeekelt, depressiv oder sehr schuldig nach dem
Überessen.
C. Es besteht hinsichtlich der Essanfälle
merkliche Verzweiflung.
D. Die Essanfälle treten im
Durchschnitt an mindestens 2 Tagen pro Woche über 6 Monate auf.
(Anmerkung: Das Häufigkeitskriterium unterscheidet sich von Bulimia
nervosa).
E. Die Essanfälle sind nicht mit der regelmäßigen
Anwendung von unangemessenem Kompensationsverhalten (z.B. abführende
Maßnahmen, Fasten oder exzessiver Sport) verbunden und treten nicht im
Verlauf einer Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa auf.
Neben der
binge eating disorder gibt es Adipositas als Übergewicht ohne
Essanfälle, deren Zuordnung zu Essstörungen ist umstritten, nach den
vorgenannten Diagnosekriterien fällt sie nicht darunter.
Eine Essstörung
hat man jedoch nicht nur dann, wenn eines dieser Diagnosekriterien
vollständig erfüllt ist. Vielmehr liegt eine Essstörung immer dann vor, wenn
das eigene Essverhalten "entgleist" ist und man zwanghaft ans Essen denkt-
viel öfter, als man eigentlich möchte. Siehe auch Checkliste vorne in der
Hompage.
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haben Ihnen diese Informationen im PDF-Format zum Download hinterlegt.
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Weitere PDF-Dateien zum Herunterladen finden Sie hier zu folgenden Themen:
Essstörungen
- was tun? - Infoblatt für Eltern, Angehörige
Essstörungen
- was tun? - Tipps für Freunde, Kollegen etc.
zum Umgang mit von Essstörungen Betroffenen .
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